Aus dem japanischen Alltag – Kombini

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Aus dem japanischen Alltag – Kombini

Wer bereits in Japan war oder aufmerksam japanische Filme oder Serien verfolgt, dem fielen bestimmt kleine Läden auf, die an beinahe jeder Straßenecke zu finden sind und fröhlich ihre Jingles durch die Straße klingen lassen: die Kombini (Kurzform von kombiniensu sutoa aus engl. “convenience store”). In diesen kleinen Geschäften wird eine enorme Bandbreite an Waren und Dienstleistungen angeboten: Die gut überlegte Produktpalette reicht von Snacks, wie den herrlichen onigiri (gefüllte Reisbällchen) über Kosmetik- und Hygieneartikel bis hin zu Krawatten und Unterwäsche. Auch sämtliche für das tägliche Leben benötigte Haushaltswaren und Grundnahrungsmittel finden sich ungemein gut sortiert auf minimaler Verkaufsfläche.

Ebenfalls im Kombini erhältlich sind Kaffee zum Mitnehmen, warme Speisen oder kleine obentō (kunstvoll arrangierte Mahlzeiten zum Mitnehmen), die man sich auch in der Mikrowelle aufwärmen lassen kann. Ein Klassiker unter den Speisen ist oden, eine Suppe mit verschiedenen Einlagen, die man sich selbst zusammenstellen darf und besonders in der kalten Jahreszeit sehr beliebt ist.

Der wesentliche Punkt jedoch, der Kombini aus der Masse der meisten anderen japanischen Einzelhändlern herausstechen lässt, ist, dass sie durchgehend geöffnet sind. Das ermöglicht den fleißig Arbeitenden, die früh aufstehen und spät heimkehren, sich an den angebotenen Kostbarkeiten zu laben – doch auch als studentischer Nachtschwärmer kommt man mit einem kühlen Mitternachtsbier durchaus auf seine Kosten. Der wahre Wert der ununterbrochenen Öffnungszeiten erschließt sich einem jedoch erst, wenn man beim Kochen um neun Uhr Abends feststellt, dass keine Milch mehr im Hause ist und nicht mehr gegürteten Schurzes, den Kochlöffel in der zur Faust geballten Hand, gen Himmel flucht, sondern in aller Besonnenheit zum in der Regel selten weiter als 5-10 Minuten entfernten Kombini schlendert und einkauft.

Besonders praktisch sind vor allem auch die Services, die in Kombini angeboten werden. Viele Japaner bezahlen ihre Rechnungen per Erlagschein gleich im Nachbarschafts-Kombini und ersparen sich dadurch längere Wege zu Banken oder Post. Die allermeisten Kombini stellen auch eine Kopiermaschine, einen Fotodrucker, und manche sogar einen Bargeldautomaten zur Verfügung. Kombini können des weiteren als Packstationen für Lieferungen diverser Online-Versandhäuser verwendet werden. Weiß man im voraus, dass man zum Liefertermin nicht im Hause sein wird, kann man seine Fracht im Kombini abliefern lassen und jederzeit abholen.

Für Reisende gibt es dazu oft auch noch ein außergewöhnlich angenehmes Service, das die Reise erleichtert: für einen kleinen Obolus nehmen einige Filialen in Kooperation mit Speditionsdiensten Gepäck und andere Gegenstände entgegen und transportieren sie direkt zu größeren Flughäfen. So erspart man sich, die Ausrüstung in einem engen Zug mitnehmen zu müssen. Abholen kann man sein Hab und Gut dann ganz bequem in der Abflug-Halle des jeweiligen Flughafens.

Ein weiterer Nutzen dieses Services ist, dass man Briefe, die man dringend aufgeben muss, zu jeder Tageszeit an jedem Wochentag im Kombini auf ihre Reise schicken kann und diese je nach Zielort innerhalb Japans rasch ihren Weg zum Adressaten finden. Das mag zwar mehr kosten als der übliche Postweg, kann aber bei übersehenen Deadlines ungemein nützlich sein.

Der eine große Wermutstropfen, der sich für vorübergehend in Japan Lebende findet, ist, dass man sich leider schnell an die Nützlichkeit gewöhnt und die Bequemlichkeit der Kombini entsprechend vermisst.

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2016-10-31T09:56:23+00:00

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