Tradition – traditioneller – Teezeremonie

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Tradition – traditioneller – Teezeremonie

正座が基本的に嫌いな私、また行ってしまった。茶道のお稽古へ。
先生、勉強になり、ありがとうございました。

Heute geht es um die japanische Teezeremonie.

2016-08-03 12.31.08

Matcha-Zubereitung

Das Grundverständnis über japanische traditionelle Künste

Was die traditionellen Künste in Japan so gemeinsam haben, ist die Lehrer-Schüler-Beziehung, so in etwa wie ein Lehrling und sein Lehrmeister: 弟子 (でし, deshi). Streng, lange, diszipliniert und voll von Regeln, wie man den Lehrer anspricht und wie man sich ihm gegenüber verhält. Für die meisten Nicht-Japaner sind diese strengen Regeln nicht einfach zu verstehen, noch schwieriger zu akzeptieren und erfordert Überwindungskraft, es auch umzusetzen. Das Lernen vom Lehrmeister selbst ist etwas Ehrenhaftes und die Übungsstunde heißt okeiko お稽古 – das Weitergeben von den traditionellen Künsten. Das Honorar, das der Meister dafür vom Schüler bekommt, heißt 謝礼 – sharei, wortwörtlich: die Dankbarkeitshöflichkeit, wobei beide Kanji auch grundsätzlich mit Dankbarkeit übersetzt werden, das erstere jedoch eher das Gefühl von aufrichtiger Dankbarkeit ausdrückt und das letztere eher in Richtung Höflichkeit, weil es sich so gehört, geht.

Seiza – traditionell sitzen

Was du für die japanische Teezeremonie sonst noch brauchst, ist, sich an die japanische traditionelle Sitzvariante zu gewöhnen: das sogenannte 正座、せいざ, seiza), wo man auf den Knien sitzt und abermals der Rücken gerade sein muss. Die Hände sind hierbei mit dem rechten Daumen in die  linke Hand verschränkt.
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Seiza

Das Üben dieser Sitzvariante hat noch viele weitere Vorteile, besonders, wenn du in Japan in ein traditionelles Restaurant eingeladen wirst und das Essen und das damit verbundene Sitzen direkt auf der Tatami-Matte stattfindet (und du Pech hast und es gibt keine Öffnung im Boden, wo du deine Beine hinein geben kannst).

Die traditionelle japanische Verbeugung – ojigi

Heute war ich wieder beim Teezeremonie Training. Diesmal habe ich die drei Stufen der Verbeugung, お辞儀, ojigi, geübt. Bei allen ist es ganz wichtig, dass der Rücken gerade ist und der Kopf nach unten gerichtet ist. Je nach Höflichkeit sind Verbeugungsgrad und die Position der Hände anders.
 
Die höflichste und tiefste Verbeugung, Bild 1, heißt shin 真 (kommt von wahr, ernst, ehrlich, bzw. aus der chin. Kalligraphie „Blockschrift“). Die Hände liegen komplett auf der Tatamimatte auf und die Finger liegen eng aneinander. Der Bereich zwischen den zwei Händen bildet ein Dreieck. Diese Verbeugung wird zu Beginn und Ende einer Teezeremonie verwendet.
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Shin

Danach kommt, Bild 2, gyou 行 (Reihe bzw. gehen, auch Askese, also aus dem Buddhismus, sowie halbkursiv in der chin. Kalligrafie). Hier liegen die Hände nicht mehr komplett auf, sondern nur ungefähr bis zum obersten Fingergelenk.
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Gyou

Die „aufrechteste“ Verbeugung, Bild 3, nennt sich sou 草 (Gras, auch kursiv in chin. Kalligrafie; Gras muss sich nicht so an Regeln halten und kann sich freier bewegen). Hier berühren nur noch die Fingerspitzen die Tatamimatte. Das Gesicht ist immer noch auf den Boden gerichtet und das Kinn eher Richtung Körper – nicht nach außen.
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Sou

Traditionell, also auch bei der Teezeremonie, findet die Verbeugung am Boden bzw. auf der Tatamimatte statt – die 3 Varianten gibt es natürlich auch im Stehen und funktionieren dann etwas anders.

Wenn du mal einen japanischen Freund/Freundin hast und die Eltern beim ersten Treffen beeindrucken möchtest – dann ist die „Shin“ Verbeugung das beste Mittel dazu (besonders wenn es eine konservative Familie ist).

Um perfekt die Teezeremonie zu lernen – oder auch nur, um einen japanischen Sensei kennen zu lernen – sind Japanischkenntnisse natürlich super 🙂

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