Valentinstag in Japan

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Valentinstag in Japan

Zum Einstimmen auf den heutigen Tag – ein paar wichtige Vokabeln zum Thema Liebe.

Koi und Ai  恋と愛 – beide heißen Liebe. Koi ist eher das starke Gefühl des Verliebtseins, während Ai zusätzlich die immerwährende Liebe ist, die man auch für Freunde bzw. Familie empfinden kann. Ein geradliniges Gefühl, das nicht so wie Koi rauf und runter geht. Ai kommt auch in Namen vor, z.B. Aiko – das Kind der Liebe.

Koi ni ochiru     恋に落ちる – wie im Englischen – fall in love – sich verlieben

Ai shiteru    愛してる ich liebe (dich), sehr schnulzige Hollywood Liebeserklärung

Suki (desu)  好きです – ich mag (dich), wird öfter als ai shiteru verwendet.

Daisuki (desu)  大好きです – ich mag (dich) sehr

Kareshi / kanojo  彼氏  彼女 „der“ Freund, „die“ Freundin

Koibito 恋人 , geschlechtsneutrales Wort für deinen special someone, deine bessere Hälfte

Aijin  愛人, vorsicht – hier ist zwar das Wort Liebe – Ai – und das Kanji für Mensch – Jin – enthalten, es handelt sich hier aber um ein, auf gut Österreichisch „Gspusi“, also um eine Geliebte, einen Geliebten außerhalb der normalen Beziehung. Man macht also

Uwaki  浮氣, einen Seitensprung. だめですよ!(Das macht man nicht!)

In diesem Blogartikel habe ich den Valentinstag versucht, aus der Sicht beider Geschlechter darzustellen – da ich eine Frau bin, ist der Teil aus der Sicht eines Mannes also sehr subjektiv – gerne freue ich mich auf Kommentare von Herren mit Valentinstag-Erfahrung in Japan 🙂

Urheber: nancy10

Urheber: nancy10

Valentin aus der Sicht einer Frau

Ich erinnere mich noch genau, wie ich meinen ersten Valentinstag in Japan verbrachte – bzw. zumindest, was ich vorbereitend gemacht habe 🙂 Meinen damaligen Freund, jetzt Ehemann, kannte ich noch nicht so lang – aber ich wusste bereits, dass er Süßes nicht sooo mochte (jetzt hier in Wien geht manchmal ein Stück Schoko-Torte, aber nur gemeinsam mit schwarzem Kaffee OHNE Zucker und Schlagobers). So ging ich in meinen Lieblingsstarbucks und kaufte für ihn einen dieser super-kawaii ( 超可愛い、ちょうかわいい – choukawaii) Tassen mit einem fetten roten Herz drauf. Bei einem netten Essen in einer Pizzeria bekam er dann das Geschenk, schön verpackt – Verpackung ist in Japan gaaaanz wichtig. Gscheite Pizza in Japan ist selten und teuer, die Pizza-Zustelldienst-Preise ein Wahnsinn, weil so hoch. -> Pizza und anderes ausländisches Essen in einem unserer nächsten Blogbeiträge 🙂

Ob er sich wirklich über das Ding gefreut hat, weiß ich bis heute nicht – aber mein 主人 (しゅじん, shujin, Ehemann – das „go“, das man manchmal davor gibt – goshujin + sama macht das ganze noch höflicher bzw. unterwürfiger?! Die Kanjis selbst bedeuten: 主Haupt und 人Mensch – na, der wichtigste Mensch – eh schon wissen) hat es bis heute – irgendwo im Haus seiner Eltern in Japan 😛

Urheber: logistock

Was ich dann aber davon hatte? Ich bekam am White Day (genau einen Monat später) von ihm zwei kleine super-kawaii Handtücher. Die verwendet unser Sohn jetzt zum Händeabtrocknen 😛

Was passiert also wirklich am Valentinstag in Japan und was ist dieser White Day?

In diversen Animes/Mangas wird es ja schon zur Tradition. Meist sieht man in der Valentinsepisode die Mädchen 一生懸命 (いっしょうけんめい, isshoukenmei, mit aller Kraft) für ihre Freunde, Kameraden und den gewissen Jemand Schokoherzen, Pralinen und Schokokuchen herstellen. Diese werden dann fleißig verteilt – die meisten Schoki sind davon “giri-choko” 義理(ぎり)チョコ , Pflichtschokolade. Kuriose Info am Rande: dieses Giri kommt auch in der Schwiegermutter vor: giri no haha 義理の母, nur das Stück Schokolade für den special somebody hat dann das echte Gefühl drin, honmei 本命ほんめい – also dass man die Person wirklich sehr gern hat und das Geschenk nicht aus Pflichtgefühl gibt.

Urheber: todoma

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Natürlich ist das ein bisschen übertrieben dargestellt. Aber es findet sich in vielen Geschäften, auch so wie bei uns kurz vor dem Valentinstag, alles, was man braucht, um für seine Lieben Schokoherzen usw. herzustellen. Manche Mädchen geben sich auch wirklich richtig Mühe, andere wiederum tun sich das nicht an. Dass an Valentin nur die Herren der Schöpfung ein Geschenk bekommen, stimmt. Auch manche Papas dürfen sich über ein Stück Schoko von ihren Töchtern freuen.

Aus der Sicht der Männer
Der Valentinstag ist für die 男の子 (おとこのこ, otokonoko, Jungs) sozusagen ein dokidoki-Tag (ドキドキ, Aufregung, das Herz macht auf Japanisch „dokidoki“, also bumbum, bumbum). Wenn sie in die Schule kommen, ist der Tag der Wahrheit für einen jeden Mann gekommen – bekommt er von seiner Flamme ein Geschenk? Bzw. von wem noch – wer unter den Jungs hat die meisten Schoki abgeräumt? Und wenn man als Mann leider nix bekommen hat, ist man wohl doch etwas ochikondeiru (落ち込んでいる、おちこんでいる, betrübt, niedergeschlagen).

Der Rückzahltag (okaeshi – お返し, おかえし) ist dann eben einen Monat später – am White Day bekommen die Mädchen dann von ihrem kareshi (彼氏, かれし, Boyfriend) ein プレゼント (purezento, Geschenk). So gesehen hat die japanische Wirtschaft gleich zweimal etwas davon. Die Kultur des Geschenkegebens ist in Japan übrigens sehr wichtig.

Und ja, man geht ins Love Hotel 😛

Hast du schon mal zum Valentinstag etwas Selbstgemachtes verschenkt?

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2017-02-14T10:43:27+00:00

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